HSG-Damen II überzeugen im Testspiel – 29:16-Erfolg bei der HSG Unterweser II
Rodenkirchen / Zetel. Mit einem deutlichen und nie gefährdeten 29:16-Erfolg im Gepäck kehrte die zweite Damenmannschaft der HSG Neuenburg/Bockhorn vom Auswärtstestspiel bei der HSG Unterweser II aus Rodenkirchen zurück. Gegen den Vertreter aus der Regionsklasse nutzte HSG-Coach Florian Prill die 3×20 Minuten Spielzeit intensiv, um verschiedene Abwehrformationen auf Herz und Nieren zu testen, Abläufe einzustudieren und allen zehn mitgereisten Spielerinnen ausreichend Spielpraxis zu verschaffen.
Erstes Drittel: Abstimmungsprobleme und starke Torhüter-Premiere (5:9)
Zu Beginn der Partie war beiden Teams anzumerken, dass sich die Sommer-Vorbereitung noch in der aktiven Phase befindet. Durch die überschaubaren Hallenzeiten sowie urlaubsbedingte Fehlzeiten im Training fehlte der HSG zu Beginn noch spürbar die gewohnte Abstimmung und Bindung im Angriffsspiel. So gestaltete sich die Anfangsphase zäh und war von einer gewissen Grundnervosität geprägt. Die Abwehr fand dagegen etwas schneller zu ihrer gewohnten Form. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf der Torhüterposition: Lisa-Marie Groth, eigentlich Feldspielerin und fortan für die Torhüterposition vorgesehen, streifte sich in den ersten 30 Minuten das Torwarttrikot über und lieferte eine gute Leistung zwischen den Pfosten ab. Mit einigen gelungenen Paraden gab sie ihrer Abwehr die nötige Sicherheit, sodass die HSG nach den ersten 20 Minuten mit einer 9:5-Führung in die erste Drittelpause ging.
Zweites Drittel: Tempo-Handball und schnelle Gegenstöße (9:21)
Für den zweiten Spielabschnitt stellte Trainer Florian Prill die Abwehr auf eine beweglichere 5:1-Formation um. Ziel war es, den Spielfluss der Gastgeberinnen frühzeitig zu unterbrechen und Ballgewinne zu provozieren. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten griff die taktische Maßnahme immer besser: Die HSG-Deckung eroberte in hoher Frequenz die Bälle und schaltete blitzschnell auf Umschaltspiel um. Nutznießerin dieser starken Phase war vor allem Lena Janssen: Mit ihrer enormen Schnelligkeit rollte eine Angriffswelle nach der anderen auf das gegnerische Tor zu. Sowohl über die erste als auch die zweite Welle vollendete Janssen gewohnt treffsicher und schraubte ihr persönliches Torkonto am Ende auf herausragende 11 Treffer hoch. Durch diesen konsequenten Tempohandball baute die HSG den Vorsprung bis zum Ende des zweiten Drittels komfortabel auf 21:9 aus.
Drittes Drittel: Solider Sieg und flexibler Kader (16:29)
Im letzten Spielabschnitt kehrte die HSG zur klassischen 6:0-Deckung zurück. Hier erwischte Unterweser II den besseren Start: Der Gastgeber, der bereits seit 10 Uhr einige Trainingseinheiten absolviert hatte, nutzte Abstimmungsschwierigkeiten in der Neuenburger Hintermannschaft aus und erzielte vier Treffer in Folge. Im weiteren Verlauf stabilisierte sich die Mannschaft jedoch wieder. Zudem bewies der Kader echte Flexibilität: Um den Mitspielerinnen Schnaufpausen zu gönnen, wechselte Lisa-Marie Groth nach ihren ersten 30 Minuten im Tor ins Feld. In den zweiten 30 Minuten hütete Sarah Päth das Tor und fügte sich mit starken Aktionen nahtlos in die Mannschaftsleistung ein. Trotz nachlassender Kräfte auf beiden Seiten spielte die HSG die Partie souverän herunter und belohnte sich mit einem verdienten 29:16-Endstand.
Anekdote der Rückfahrt: Störche und Schockmomente beim Trainer
Für den vergnüglichsten Moment des Tages sorgte allerdings nicht das Geschehen auf der Platte, sondern die Heimreise. Bei der Fahrt fielen den Mitfahrerinnen gleich mehrere Störche auf den Wiesen auf. Da laut altem Volksglauben der Anblick eines Storches für baldiges Familienglück steht, sorgte das Thema bei den fünf Mitfahrerinnen im Auto rasch für ausgelassene Stimmung und viel Gelächter – während Trainer Florian Prill auf dem Fahrersitz kurzzeitig der Schreck in die Glieder fuhr, als er die potenziellen personellen Konsequenzen für den Kader der anstehenden Saison überschlug.
Kader & Torschützinnen: Lena Janssen (11), Emma Scholz (4), Mareike Runge (4/1), Merle Hirsch (3), Marie Steenken (2), Sarah Jagdhofer (2), Saskia Lueken (2), Lisa-Marie Groth (1), Wencke Janz (0), Sarah Päth (0).





































